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Marlene Dietrich wurde am 27.12.1901 als Tochter des Polizeioffiziers Erich Otto Dietrich geboren. Er starb schon 1907 und da ihre Mutter schnell wieder heiratete, glaubte man lange Zeit, dass Marlene eine geborene „von Losch“ war. Bis 1919 besuchte sie Schulen in Berlin, Dessau und Weimar und fing 1922 an, kleide Rollen an verschiedenen berliner Bühnen zu spielen. Bald bekam sie ihre erste Rolle in einem Stummfilm. Sie heiratete 1923 den Aufnahmeleiter Rudolff Sieber und gebar im Dezember 1924 ihre Tochter Maria. Danach war sie weiterhin am Theater, im Film und im Kabarett tätig.

Der Grundstein für ihre Karriere wurde 1930 gelegt, als der Regisseur Josef von Sternberg sie für den „Blauen Engel“ berief. Dort war sie erstmals in der Rolle des blonden Vamps zu sehen, der sie zukünftig ihr Image verdankte. Am Tag nach der Premiere folgte sie Sternberg nach Hollywood, wo er in fünf Jahren und sechs Filmen eine Ikone aus ihr machte. Er kontrollierte und formte ihr Image und kreierte so einen neuen Star. 1931 schenkte sie ihm ein Foto mit der Widmung „Meinem Schöpfer von seinem Geschöpf“. Sie beeindruckte ihr Publikum nicht nur durch ihre faszinierende Erscheinung. So sprach sie durch ihre androgyne Ausstrahlung und auch mal mit Frack bekleidet, sowohl Frauen als auch Männer an und wurde Leitbild für die selbstbewusste und unabhängige Frau.

Nach der Zusammenarbeit mit Sternberg sollte sie 1935 auf Wunsch des Reichspropagandaministers Goebbels wieder nach Deutschland zurück kommen, „um ihre historische Rolle als Anführerin in der deutschen Filmindustrie zu übernehmen und sich nicht als Werkzeug der Juden in Hollywood missbrauchen zu lassen“. Sie lehnte jedoch ab und nahm stattdessen die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Sie motivierte und betreute sogar die Truppen für den Kampf gegen Hitler-Deutschland. Sie war Antifaschistin „aus Anstand“ und wurde deshalb von viele Deutschen abgelehnt. Noch 1960, als sie für einige Aufführungen nach Berlin kam, wurde sie mit „Marlene Raus“-Plakaten begrüßt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sie eine Karriere als Showstar, unter anderem im Las Vegas-Hotel „Sahara“. Die Grundlage für ihr Programm bildeten Anekdoten und Lieder aus ihren alten Filmen. Sie pflegte ein atemberaubendes Abendkleid zu tragen, dass dem Publikum einen makellosen jugendlichen Körper vorgaukelte. Sie achtete sehr auf ihr Äußeres und auf den schönen Schein und unterzog sich nicht nur zahlreichen Schönheitsoperationen. Sie plante auch ihre öffentlichen Auftritte bis ins Detail und ließ unangekündigte Fotografen ungeduldet. Sie brauchte die totale Kontrolle für alles. 1975 verletzte sie sich bei einem Auftritt in Sydney und beendete damit ihre Bühnenkarriere. Ein letztes mal trat sie noch 1978 in dem Film „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ auf, bevor sie sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückzog und keine Presse mehr an sich ranließ. Nur Maximilian Schell gab sie 1983 die Erlaubnis für die Dokumentation „Marlene“, in der sie jedoch nur mit ihrer Stimme vertreten ist. Sie starb am 06. Mai 1992 in Paris und wurde neben ihrer Mutter in Berlin beigesetzt.